Plug'n'Print: OpenPrinting mit Till Kamppeter
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Till Kamppeter
OpenPrinting
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00:00:00: Ich habe auf den Konferenzen auch immer so schön gesagt, ich mache Plug-and-Print, Windows macht Plug and Play.
00:00:06: Man schließt den Drucker an, Plug.
00:00:09: Und dann spielt man für Stunden mit den Treibern rum, Play.
00:00:13: Und wenn man Glück hat, gewinnt man das Spiel und kann drucken.
00:00:16: Ich glaube, ich habe noch nie so eine treffende Beschreibung für Drucken unter Windows gehört, Till.
00:00:31: Hallo und herzlich willkommen zum Linux Magazin Podcast Folge 2.
00:00:35: Vielen Dank für euer Feedback in der ersten Folge.
00:00:37: Wir machen jetzt endlich weiter mit weiteren Folgen.
00:00:39: Die Folge 3 und 4 ist auch schon teilweise aufgezeichnet.
00:00:42: Also es kommen jetzt wieder regelmäßiger Folgen.
00:00:44: Die Folge 2 ist gleich eine speziellere.
00:00:46: Die nehmen wir jetzt nämlich Anfang Februar gerade auf und wir wollten euch ja auch Themen näher bringen, die man jetzt vielleicht nicht so bei diesen ganzen anderen Outlets auch mal hört oder liest oder sehen kann.
00:00:55: Und wir beschäftigen uns mit einem Thema, von dem Sys-Admins gerne wegrennen und worüber wir in der Linux-Presse eigentlich kaum reden, nämlich das Thema Printing.
00:01:04: Und mit wem könnte ich darüber besser sprechen als mit Till Kempetew von Open Printing?
00:01:07: Hallo Till.
00:01:08: Hallo und vielen Dank für die Einladung.
00:01:11: Sehr gerne.
00:01:12: Till, stell dich doch mal kurz vor, du beschäftigst dich seit jetzt rund einem Vierteljahrhundert mit dem Thema Drucken unter Linux.
00:01:18: Warum macht man das?
00:01:18: Wie bist du dazu gekommen?
00:01:20: Ich war Systemadministrator während meiner Doktorarbeit an der Universität
00:01:25: Bayreuth in Deutschland.
00:01:27: Das war 1996 bis 2000, die Doktorarbeit, und die Systemadministration habe ich 1997 angefangen.
00:01:36: Wir waren in einer Windows-freien Zone.
00:01:39: Die, als ich angefangen hatte, hatten wir kommerzielle Unix Workstations, SGI und
00:01:47: Digital Unix.
00:01:48: Wir hatten aber nicht so viele Workstations, wie wir Leute in der theoretischen Physik hatten.
00:01:53: Also hatten die meisten gar keinen Bildschirmarbeitsplatz.
00:01:57: Oder einfach ein Thin Client, also ein Terminal, was einfach nur eine Desktop-Oberfläche gegeben hat für die Person.
00:02:08: aber keinen eigenen Computer.
00:02:10: Der Computer war dann eine der Workstations, die woanders stand.
00:02:15: Damals, um jedem einen Bildschirmarbeitsplatz in seinem eigenen Büro zu geben
00:02:20: haben wir PCs eingeführt und auf denen Linux installiert, SUSE 5.
00:02:26: 1.
00:02:26: Das war meine erste Aufgabe als Systemadministrator
00:02:30: Wir hatten natürlich auch Drucker im Netzwerk, Schwarz-Weiß-Laserdrucker, zwei Stück von HP, Postscript mit zwei Tways und mit Duklex-Einheit.
00:02:39: Später hatten wir auch noch einen Xerox-Farblaserdrucker dazu bekommen.
00:02:45: Alles lief mit LPD, Laienprinter-Dämon.
00:02:49: Und der Laien-Printer-Dämon, wie der Name schon sagt, war für Zeilendrucker gedacht.
00:02:54: Und Zeilendrucker konnten nur mit festen Buchstaben und Zahlen
00:02:59: wie eine Schreibmaschine drucken und keine Grafik drucken.
00:03:04: Und das waren halt in den Rechenzentren diese ganz großen Drucker, die eine mit
00:03:10: festen Zeichen eine Zeile auf einmal drucken konnten und damit sehr schnell waren.
00:03:16: Da sie nur Text drucken konnten.
00:03:18: Brauchte der LPD natürlich nicht irgendwelche Funktionen wie Duplex oder Papiertyp, Papiergröße, Trace und so weiter steuern zu können.
00:03:29: steuern können.
00:03:31: Und deswegen hatte LPD die Funktionalität nicht.
00:03:34: Aber unsere Drucker braucht und für unsere Drucker haben meine Vorgänger ganz abenteuerliche Skripte gemacht.
00:03:41: dass die Leute halt die Trace und den Duplex zumindest ansteuern konnten.
00:03:46: Mein erster Beitrag zur freien Zocker
00:03:49: hatte nichts mit Drucken zu tun.
00:03:50: Das war als wir einen CD-Brenner bekommen haben, der dann im Netz war.
00:03:54: Und ich habe ein grafisches Frontend zum CD-Brennen, XCD Roast
00:04:01: habe ich multi-userfähig gemacht.
00:04:04: Und die Änderungen habe ich dem Originalautor zukommen lassen.
00:04:07: Und als Patch per E-Mail
00:04:09: Nicht über ein Versionskontrollsystem.
00:04:11: Geschweige denn GIT, GIT gab es damals noch gar nicht.
00:04:15: Und das habe ich ihm zukommen lassen und er hat das aufgenommen in seinem
00:04:21: Das war mein erster Beitrag, 1998 oder 1999, ich weiß nicht genau.
00:04:27: Ich habe dann Anfang 2000
00:04:31: einen Artikel im Linux-Magazin gelesen von Kurt Pfeifle über Caps.
00:04:37: Und damit habe ich.
00:04:38: .
00:04:38: .
00:04:39: das Drucksystem CAPS kennengelernt.
00:04:42: Das wurde von Michael Sweet in den späten 90ern entwickelt und Anfang 2000 hat er die Version 1.
00:04:49: 0 rausgegeben.
00:04:50: Und deswegen hat Kurt
00:04:52: hat Kurt Pfeifle den Artikel geschrieben und ich habe ihn gelesen und ich habe gesehen, er löst viele Probleme bei uns.
00:05:01: Weil CAPS unterstützt Postscript-Drucker nativ mit PPD-Dateien, Postscript-Printer Description, PP
00:05:10: die mit dem Windows-Treiber von jedem PostScript-Drucker mitgeliefert werden.
00:05:14: Und diese Dateien enthalten alle Eigenschaften des Druckers wie Auflösungen, Papiergrößen.
00:05:20: Druckqualitäten und was auch immer, Trace und so weiter.
00:05:24: Und damit mit dieser Information verwendet CAPS, so dass der User per Kommandozeile alle Funktionen des Druckers ansteuern konnte.
00:05:33: Und deswegen habe ich das einfach einmal ausprobiert und installiert und in unserem Netzwerk und damit konnten wir dann die Drucker richtig gut ansteuern.
00:05:45: mit allen Funktionen und ohne irgendwelche seltsamen Skripte.
00:05:49: CAPS unterstützt auch nicht PostScript-Drucker und das macht es einfach, indem die PPD-Dateien erweitert werden.
00:05:57: Man gibt einfach noch eine Zeile dazu, in der man sagt, welcher Filter verwendet wird.
00:06:02: Und dann ruft CAPS den entsprechenden Filter auf, um PostScript in das vom Drucker zu verwende Format umzuwandeln.
00:06:10: Und damit hatte ich dann Cups installiert.
00:06:13: Und eine Sache war natürlich noch, es war etwas umständlich bei Kommandozeile, Optionen wie Trace oder.
00:06:20: oder Auflösungen und so weiter anzugeben.
00:06:24: Damit bin ich dann auf die Idee gekommen und auch inspiriert dadurch, dass Michael Sweet
00:06:31: für CAPS ein kommerzielles grafisches Interface angeboten hat, was man kaufen konnte, bin ich auf die Idee gekommen, einen einfachen Druckdialog zu schreiben.
00:06:42: Ein Druckdialog ist ein Fenster, was erscheint, wenn man eine grafische Anwendung hat und drucken will, auf die Druckfunktion klickt.
00:06:49: Dann erscheint ja der Druckdialog, wo man den Drucker auswählt und Einstellungen für den Drucker machen kann.
00:06:56: Und dann habe ich so etwas geschrieben, ganz einfach, hat vielleicht zehn Tage gedauert
00:07:04: und dann habe ich das zusammenbekommen.
00:07:06: Dann habe ich mir gedacht, es ist nicht nur sinnvoll für unsere Abteilung, es ist sinnvoll für alle
00:07:13: habe ich also veröffentlicht.
00:07:15: Mein erstes Open Source Projekt.
00:07:18: Ich habe es angekündigt auf Freshmead und Kurt Pfeifler, der Autor von dem Artikel, hat das dann gesehen.
00:07:25: Und der hat mich dann eingeladen zum Linux-Tag, was damals im Jahr 2000 und noch einige Jahre danach das größte europäische
00:07:36: Linux Event war die größte Linux-Konferenz mit Ausstellungen und allem und Kurt Pfeifle hat bei einer Servicefirma für Drucken in Netzwerken mit Unix gearbeitet und die hatten da einen Stand.
00:07:50: Da hat er mich eingeladen auf dem Stand meinen Druckdialog vorzustellen.
00:07:55: Und dann bin ich dann zum Linux-Tag gekommen, war Anfang Juli 2000.
00:08:00: Dann bin ich auch zu den Ständen der Distros gegangen, weil die sind ja die, die Cups übernehmen könnten.
00:08:09: Und da waren Red Hat und Susana nicht so sehr interessiert, aber Mandrixoft war Feuer und Flamme.
00:08:17: Die Entwickler da am Stand, die haben mir gleich alles Mögliche gezeigt.
00:08:21: von Mandraken und wie die ihre Pakete machen und so.
00:08:25: Und auch an einem Abend der vier Konferenztage war auch ein Social Event.
00:08:31: Und da haben die mich gleich umvölkert und haben dann auch wieder von ihrer Arbeit, ihrem Büro in Paris geredet und so weiter.
00:08:41: Eine Woche nach der Veranstaltung hatte ich dann schon E-Mail und wurde eingeladen, bei Mandreksoft in Paris zu arbeiten.
00:08:50: Anfang Juli war der Linux-Tag und am 1.
00:08:54: August wohnte ich in Paris.
00:08:57: Und bei MandrekSoft, da war dann meine erste Aufgabe, Mandrak Linux.
00:09:03: von LPD auf CAPS umzustellen.
00:09:06: Und das habe ich dann gemacht.
00:09:07: Das war aber nicht einfach nur RPM-Pakete von CAPS zu machen.
00:09:11: Mendrake Linux war abgeleitet von Red Hat, war deswegen RPM-basiert, sondern ich musste auch dafür sorgen, dass alle Drucker, die vorher mit LPD funktioniert haben, auch mit CAPS weiter funktionieren.
00:09:25: Das heißt, ich muss die Treiber, die mit LPD funktioniert haben, irgendwie einen CAPS zum Laufen bringen.
00:09:33: Und der zentrale Punkt dabei ist, dass ich dann für die Drucker PPD-Dateien erstellen muss.
00:09:40: PPD-Dateien, die die entsprechenden Treiber aufrufen und die die Optionen der entsprechenden Treiber enthalten, sodass man den Treiber dann voll nutzen kann.
00:09:52: Was man ja mit CAPS kann, aber mit LPD nicht konnte, umso die Verbesserungen, die einem CAPS liefern, auch voll
00:10:02: Zur Geltung zu bringen.
00:10:03: Das heißt, aber PPD-Dateien sind sehr schwer, sind sehr lang und sehr schwer per Hand zu erstellen.
00:10:10: Aber ich hatte Glück, es gab eine Web
00:10:13: Seite Linuxprinting.
00:10:15: org.
00:10:16: Der Autor dieser Seite hat eine Datenbank angelegt.
00:10:20: von Druckern und mit welchen Treibern man sie unter Linux zum Laufen bringt.
00:10:25: Und dazu hat er dann auch in der Datenbank einen PPD-Generator installiert, sodass man die Drucker mit CAPS benutzen konnte.
00:10:34: Nur das Problem war, dass diese Datenbank nicht vollständig war.
00:10:38: Sie enthielt nicht die Informationen und PPDs für alle Treiber.
00:10:43: zu generieren.
00:10:44: Dann habe ich den Autor darum gebeten, doch diese Datenbank zu vervollständigen.
00:10:51: Aber er hatte nicht die Zeit, um diese ganzen Daten zu erfassen.
00:10:55: Und
00:10:56: Weil ich ja fulltime bei Mandrexoft dafür zuständig war, deren Distribution auf Caps umzustellen, hatte ich ja die Zeit,
00:11:05: Und der Autor hat mir dann einfach das volle Schreibrecht auf seine Webseite gegeben.
00:11:11: Und dann habe ich die Datenbank ausgefüllt.
00:11:15: Und damit habe ich es dann so weit gebracht, dass zwei Monate später, als dann die nächste Main-Rex
00:11:23: Linux rauskam.
00:11:24: Ich glaube, das war 7.
00:11:25: 2, aber ich bin mir nicht ganz sicher.
00:11:27: Konnte ich MainRec Linux wirklich auf Caps umstellen?
00:11:31: Alle Drucker, die vorher mit LPD funktioniert haben.
00:11:35: funktionierten weiterhin, aber diesmal über CAPS und diesmal dann auch mit viel besserer Ansteuerung, weil man alle Optionen, die die Treiber, die die LPD-Treiber einem geboten haben, auch wirklich ansteuern konnte.
00:11:49: Und nicht nur damit anstreuen konnte, indem man in irgendwelchen kryptischen Skripts irgendwelche Änderungen machte.
00:11:56: Und damit hatte man dann ein schönes, leicht zu bedienendes Drucksystem.
00:12:00: Ich habe auch das Drucker-Einrichtungstool.
00:12:04: das Teil, das ich bei Maindrex Linux Printer Dreck nannte, auch auf Caps umgestellt.
00:12:12: Und zwar so, dass es sowohl mit Caps
00:12:15: als auch mit LPD funktioniert hat, dass man umschalten konnte, sodass wenn ein User nach der Umstellung Probleme hatte, dass er zurück zurückstellen auf LPD konnte.
00:12:25: Und das war dann die erste Distro auf der Welt mit Cups.
00:12:31: Danach habe ich dann weiter.
00:12:35: Kapsevangelismus betrieben, zusammen mit Kurt Pfeifler, war auf vielen Konferenzen, habe auch seit 2001 jeden Tag
00:12:46: seit 2001 jedes Jahr auf dem Linux-Tag einen Stand organisiert mit Kurt Pfeifler und anderen, wo es um Drucken mit Linux ging.
00:12:57: Und sogar auch ein bisschen mehr, auch etwas Office-Produktivity und so, aber Hauptthema war Drucken.
00:13:04: Das habe ich bis 2006 jedes Jahr gemacht.
00:13:07: Zwischendurch habe ich auch schon von 2000 an.
00:13:11: bin ich auf verschiedenen Konferenzen gewesen, habe Vorträge gehalten, habe auch sogar Cups, Workshops gehalten, die über einen ganzen Tag gingen, wo dann Systemadministratoren
00:13:23: Cubs einrichten lernen konnten, sogar Cubs-Server in Netzwerken und sogar auch mit Hilfe von Samba, dass Windows-Clients drucken konnten und so weiter.
00:13:36: Und damit
00:13:37: habe ich dann CAPS bekannt gemacht und dann haben die anderen Distros nachgezogen und CAPS wurde der Standard.
00:13:45: Und für die anderen Distros war es dann ja auch leichter, weil ich ja den PPD-Generator hatte.
00:13:51: auf linuxprinting.
00:13:52: org und damit konnten dann die anderen Distros leichter umstellen und haben dann umgestellt und so wurde CAPS zum Standard.
00:14:02: Sehr gut, du hast jetzt den Linux-Tag schon mal angesprochen und 2006 war da ja auch ein wichtiges Jahr für dich.
00:14:07: Also es ist überliefert, dass Mark Shuttleworth dich dort persönlich angesprochen hat und zu Canonical geholt hat.
00:14:13: Wie ging das oder wie lief das ab?
00:14:14: Es war so, ich hatte da auch wieder einen Stand überdrucken mit Linux und Ubuntu bzw.
00:14:22: Canonical
00:14:24: Die haben ja 2004 angefangen, waren also schon zwei Jahre dabei.
00:14:31: Die hatten auf dem Lehnungstag 2006 auch einen Stand.
00:14:36: Und dann, während des Hallway Tracks, ich bin da rumgelaufen und Mark Shuttleworth auch und dann haben wir uns einfach getroffen
00:14:47: Einfach ganz zufällig.
00:14:49: Und Marc hat mich angesprochen und hat mir gesagt, vielen Dank für deine Arbeit, die du mit Caps und Drucken gemacht hast.
00:14:58: Das funktioniert sehr gut bei uns.
00:15:02: Möchtest du bei uns arbeiten?
00:15:04: Und dann habe ich Ja gesagt.
00:15:06: Damit hat es dann angefangen, aber.
00:15:10: Es ist nicht dazu geführt, dass ich dann einfach statt bei Mainrexoft Vollzeit bei Canonical weitergemacht habe.
00:15:18: Bei MainRexoft übrigens
00:15:21: Da war es auch so, Mendraksoft 2000, im Jahr 2000 ging es denen gut und von 2001 an waren die ein sinkendes Schiff.
00:15:34: was bis 2015 braucht, um wirklich zu sinken.
00:15:40: Sie waren von einem Venture Capitalist zum anderen gesprungen.
00:15:44: waren immer am Rande der Pleite.
00:15:46: Dadurch habe ich auch nie eine Gehaltserhöhung bekommen in den sechs Jahren.
00:15:51: Und so ist das dann gelaufen.
00:15:54: Und im Jahr 2006, da war es auch so, da habe ich nicht nur von Canonical ein Angebot bekommen.
00:16:01: Ich habe in 2006, das war schon vor dem Linux-Tag, den ersten Open Printing Summit
00:16:07: veranstaltet in Georgia, Atlanta bei LANier, weil einer meiner Open Printing-Kollegen arbeitet bei Lanier.
00:16:20: was heute Rico ist.
00:16:22: Und das ist eine Firma für große Office-Drucker.
00:16:26: Diese mit ganz vielen Fächern, Scanner und
00:16:30: Und so groß wie eine Waschmaschine halt, so groß wie so eine Kopieratte, die man von einer Uni kennt.
00:16:36: Und da
00:16:37: habe ich dann etwa 40 Leute zusammengebracht, die mit Linux und Drucken zu tun hatten.
00:16:44: Und dabei war auch Jan Murdock von
00:16:46: einer der Begründer von Debian.
00:16:49: Und der war damals, arbeitete bei der Freestandits Group und ich hatte ihn gefragt
00:16:55: Der Linux Printing.
00:16:57: org Server, mit dem wir die PPDs generieren und wo auch Rico schon
00:17:03: PPDs von deren Druckern drauf hat, der offizieller Server geworden ist, womit Rico PPDs für Linux zur Verfügung stellt, der steht
00:17:12: bei dem Originalautor zu Hause.
00:17:14: Das ist ja eigentlich nicht richtig, wenn ein offizieller Server der PPDs liefert, weil irgendwem zu Hause steht.
00:17:22: Sowas gehört aus Sicherheits- und Zuverlässigkeitsgründen im Rechenzentrum.
00:17:26: Da habe ich ihn gefragt, ob Freestands Group das hosten könnte und da hat er dann gesagt, er würde den Linuxprinting.
00:17:35: org Server hosten, aber er würde auch mich hosten.
00:17:39: Beziehungsweise er würde mich Vollzeit bei der Freestandits Group arbeiten lassen, um Open Printing zu managen.
00:17:49: Und das habe ich dann auch akzeptiert.
00:17:51: Das habe ich als erstes akzeptiert.
00:17:53: Der Linux-Tag war ja danach.
00:17:56: Und dann hatte ich zwei Angebote für eine Vollzeitbeschäftigung.
00:18:01: Und dann musste ich das irgendwie ja organisieren.
00:18:05: Weil einmal die Arbeit
00:18:08: die ich machen sollte, ja für beide Stellen die gleiche gewesen wäre.
00:18:13: Ich könnte also theoretisch für die gleiche Arbeit zweimal Geld nehmen, aber das ist ja eigentlich auch nicht richtig.
00:18:20: Dann habe ich, habe ich erstmal mehr gedacht, ich muss mich ja jetzt für einen entscheiden.
00:18:26: Dann habe ich es erstmal so gemacht
00:18:28: Angeboten wurde mir von der Linux Foundation, ach nicht von der Linux Foundation, das war ja noch die Spee Standards Group in dem Jahr.
00:18:35: Schon das doppelte Geld, was ich von dem kaputten Mandoid-Soft bekommen habe.
00:18:41: Ich habe dann auch Markt gesagt, wie viel ich bekomme, wie viel mir angeboten wurde von der Linux Foundation und ich konnte es dann auch ein bisschen hochhandeln.
00:18:51: Aber dann habe ich mich mit dem etwas hochgehandelten gehandelten Gehalt Vollzeit für die Linux Foundation entschieden.
00:19:03: Weil das ist ja allgemeiner neutraler und so, weil Open Printing ist ja Distrounabhängig, ist ja für alle Distros.
00:19:12: Aber
00:19:14: Canonical wollte natürlich auch, dass ich das Packaging für den Distro mache, für Ubuntu, für den Druckstack.
00:19:23: Und dann habe ich da.
00:19:25: mit denen einen Vertrag gemacht über ein Drittel von Vollzeit und habe unter dem Vertrag das Packaging für Ubuntu gemacht.
00:19:37: Ich hatte also vier Drittel von einer vollen Stelle, war also gut bedient.
00:19:41: So lief das dann.
00:19:43: 2007.
00:19:45: war dann der Mörder von der Free Standardscope mit dem OSDL, Open Source Development Laboratory, womit die Linux Foundation entstanden ist.
00:19:57: Und so habe ich dann bei der Linux Foundation gearbeitet.
00:20:00: Und meine Arbeit bei der Linux Foundation war und auch schon bei der Freestands Group war es dann, Open Printing zu managen und Linuxprinting.
00:20:10: org in Open Printing zu integrieren.
00:20:13: Aber mit der Zeit hat dann die Linux Foundation wohl auch nicht finanziell quasi auch nicht sehr gut gestellt, hat mir nur noch die Hälfte, den halben Job gegeben.
00:20:25: Dann habe ich bei Canonical auf zwei Drittel erhöht.
00:20:29: Dann haben die mir das angeboten, auf zwei Drittel zu erhöhen.
00:20:33: Dann hatte ich Halb Linux Foundation, zwei Drittel Canonical.
00:20:36: Und 2012 war ich dann auf 100% Canonical.
00:20:40: ohne Linux Foundation.
00:20:41: Und das bis 2025.
00:20:44: Genau, zu dem, was 2025 passiert, kommen wir später noch.
00:20:47: Ich finde es spannend, dass damals, oder
00:20:49: Eigentlich sollte ich das nicht spannend finden, aber auch noch damals haben sich ja quasi schon die Leute nach dir gerissen, wenn es um die Initiative und das Know-how im Bereich Drucken ging.
00:20:58: Du hast jetzt aber auch gerade schon ein paar Mal Open Printing angesprochen und das haben wir noch gar nicht so tief behandelt.
00:21:03: Was genau ist Open Printing?
00:21:04: Also für unsere Hörer, die das Projekt noch nicht kennen, was steckt da alles dahinter?
00:21:08: Kannst du das beschreiben?
00:21:09: Open Printing ist die Organisation, die dafür verantwortlich ist, dass man mit Linux
00:21:15: und freier Software im Allgemeinen, Open Source im Allgemeinen drucken kann.
00:21:20: Entstanden ist Open Printing schon 2001.
00:21:25: Aber da war es mehr oder weniger so, dass wir Standards, die von der Printer Working Group, einem Konsortium aus Druckerherstellern und Software
00:21:35: Firmen, entwickelte Standards in APIs für Linux und freie Software umgesetzt wurden.
00:21:43: So ist der Name Open Printing entstanden und ich hatte dann auch jede Woche Telefon-Meetings mit anderen, um diese APIs zu entwickeln.
00:21:52: Die APIs wurden aber später nie
00:21:55: verwendet, aber wir hatten den Namen Open Printing und unter dem Namen Open Printing habe ich dann von 2006 an alles zusammengefasst
00:22:07: Ein wichtiger Teil heute bei Open Printing ist natürlich CAPS, das ist der zentrale Teil.
00:22:13: Das ist das eigentliche Drucksystem, was ich ja schon seit 2000 verwendet, integriert.
00:22:21: und promoviert habe.
00:22:23: Dazu kommt natürlich auch nicht Cups selbst.
00:22:26: Ich integriere ja CAPS in Distributionen.
00:22:29: Das ist ja ein
00:22:30: ein Hauptbestandteil von Open Printing.
00:22:33: Und da ist dann zum Beispiel CAPS Filters und Common Print Dialog Backends und viele Projekte, IPP over USB und so weiter.
00:22:45: die dafür sorgen, dass CAPS in den Linux-Distributionen integriert wird, in dem Betriebssystem integriert wird, dass Standards, die entwickelt werden von der Industrie,
00:22:58: hauptsächlich durch die Printer Working Group, in freie Software umgesetzt werden und so weiter.
00:23:05: Und das war meine Arbeit in der ganzen Zeit.
00:23:12: Cups wurde in der ganzen Zeit immer von Michael Sweet, mehr oder weniger von ihm alleine entwickelt und maintained.
00:23:22: Anfangs hatte er eine Firma, Easy Software Products, in den späten 90ern, in den frühen 2000er Jahren.
00:23:33: Da hat er dann durch den Verkauf seiner grafischen Oberflächen Geld verdient und CAPS dann in Unix-Umfeldern installiert.
00:23:44: Dann ist er aber vor irgendwann, ich glaube schon, irgendwann hat MacOS X, ich weiß jetzt nicht mehr genau welches Jahr, aber in den 2000ern, hat MacOS X
00:23:57: hat CAPS als Drucksystem übernommen und Michael Sweet Vollzeit eingestellt.
00:24:04: Und damit hat Michael Sweet bei Apple gearbeitet, Vollzeit
00:24:08: Und da CAPS als freie Software weiterentwickelt.
00:24:13: Aber Apple hat nicht die Filter von CAPS verwendet, sondern eigene proprietäre Filter verwendet.
00:24:20: Und damit.
00:24:22: hat Apple die Filter im Jahr 2011 abgestoßen, die Entwicklung der Filter.
00:24:28: Und ich habe sie bei Open Printing übernommen.
00:24:31: Und deswegen haben wir CAPS Filters, das Paket.
00:24:35: Und später hat Michael Sweet Apple verlassen Ende 2019 und Anfang 2000
00:24:43: 2020 dann seine eigene Firma gehabt, Lakeside Robotics, und sich mit Robotik beschäftigt als seine
00:24:52: als sein Geschäft, wovon er lebt.
00:24:55: Und er hat Caps bei Apple gelassen erstmal, aber Apple hat es nicht weiterentwickelt.
00:25:01: Und damit haben wir dann am Ende 2020 hat er dann CAPS.
00:25:10: zu Open Printing überführt.
00:25:12: Wir haben es in Open Printing aufgenommen und hosten es in Open Printing und Michael Sweet hat es dann weiterentwickelt.
00:25:19: Und bis jetzt ist Michael Suite weiter dabei, Cubs zu maintainen und zu entwickeln als Teil von Open Printing.
00:25:29: Das macht er praktisch alleine.
00:25:31: Es sind von anderen nur kleine Code-Stücke dabei.
00:25:38: Zum Beispiel hat der Red Hat-Maintainer fürs Drucken, Stenjäg doch nahe, viele Bugfixes beigetragen.
00:25:47: Und auch das Release Management der 2.
00:25:50: 4-Serie von Cups gemacht.
00:25:52: Ich habe auch ein paar Bugfixes beigetragen, aber im Wesentlichen kommt der Code und die Entwicklung von Mike.
00:25:59: Und ich beschäftige mich mit allem anderen, also CAPS-Filters und Common Print Dialog, Backends, IPP over USB und so weiter.
00:26:09: Da habe ich auch einiges gecodet, aber nicht viel.
00:26:13: Und zurzeit code ich eigentlich praktisch gar nicht, sondern mache es ähnlich wie Linus Torvalds
00:26:20: wie er das so schön in einem kürzlichen Interview gesagt hat, dass er den Beitragenden, die das Coding machen, die Ideen gibt und die coden das dann.
00:26:30: Ist ja auch nicht schlecht.
00:26:31: Ja, ich manager Open Printing, so ist es.
00:26:36: Das führt auch dazu, und das habe ich ja jetzt auch schon ein paar Mal gesehen, wir kennen es ja jetzt ein paar Jahre, dass auf Konferenzen sich viele Leute bei dir bedanken, dass überhaupt gedruckt werden kann.
00:26:44: Und unter Linux-Drucken diese It Just Works-Mentalität oder Vorschusslobayern von macOS im Prinzip mitgeerbt hat.
00:26:53: Wie viel unsichtbare Arbeit steckt da überhaupt drin, um das Ganze zu maintain, damit das alles so reibungslos klappt
00:27:00: Zu den Konferenzen.
00:27:03: Viele haben sich ja bei mir bedankt und gesagt, wie gut Runken funktioniert.
00:27:08: Und insbesondere haben einige auch gesagt, es funktioniert besser als bei Windows oder Mac.
00:27:13: Und die Arbeit, die da drin steckt, ist von einer Person natürlich nicht zu bewältigen.
00:27:20: Ein wichtiger Anteil ist natürlich Maike, der Kaps macht.
00:27:25: Aber es ist natürlich auch sehr wichtig, dass ich dafür sorge, dass Drucken so einfach wie möglich geht.
00:27:32: Das hat ja schon bei Maindrake Soft angefangen, dass ich das Printer Setup-Tool Printer Drake so weit entwickelt habe, dass alles weitgehend automatisch geht.
00:27:43: Also dass man
00:27:44: Ein Drucker, dass die Drucker automatisch entdeckt werden und dass man dann einfach den entdeckten Drucker auswählt und der Treiber wird automatisch zugewiesen
00:27:54: So habe ich es auch bei Ubuntu fortgesetzt.
00:27:57: Da war es dann allerdings System Config Printer, die haben das Red Hat-Drucker-Tool übernommen.
00:28:02: Und ich habe das dann auch so weit weiterentwickelt, dass da auch alles automatisch geht.
00:28:08: Bis hin dazu, dass man ein Plugin Print bekommt, also dass man einen Drucker am USB anschließt und dann muss man gar nicht das Drucker-Tool aufrufen, sondern
00:28:21: Die Drucker-Queue wird im Hintergrund völlig automatisch erstellt.
00:28:25: Also man steckt den Drucker an den USB und nach ein paar Sekunden
00:28:30: bekommt man einen kleinen Pop-up, eine Notification, die besagt, dass ein Drucker eingerichtet wurde.
00:28:39: Und von dem Zeitpunkt an kann man einfach darauf drucken.
00:28:42: Natürlich vorausgesetzt, dass das ein Drucker ist, der mit einem Linux-Treiber unterstützt wird.
00:28:47: Und dadurch wurde das Drucken für den User sehr einfach gemacht.
00:28:51: Ich habe auf den Konferenzen auch immer so schön gesagt, ich mache Plug-and-Print, Windows macht Plug and Play, man schließt den Drucker an, Plug.
00:29:00: Und dann spielt man für Stunden mit den Treibern rum, Play.
00:29:05: Und wenn man Glück hat, gewinnt man das Spiel und kann drucken.
00:29:08: Ich glaube, ich habe noch nie so eine treffende Beschreibung für Drucken unter Windows gehört.
00:29:11: Vielen Dank.
00:29:13: Und ich bin ja nicht so ein Gamer, also mache ich Plugin Print.
00:29:17: Man steckt den Drucker an und kann drucken.
00:29:20: Um dieses Plugin Print zu machen, das ist natürlich mehr Arbeit als nur eine einzige Person oder zwei Personen, Michael Sweet und ich.
00:29:31: machen könnten, wenn wir beide coden würden.
00:29:34: Und deswegen habe ich seit 2008
00:29:39: angefangen, Mentor zu sein beim Google Summer of Code.
00:29:44: Da habe ich dann Themen beim Google Summer of Code gestellt
00:29:51: Und da haben sich dann Studenten darum beworben, um die zu bearbeiten.
00:29:55: Und das sind dann also Praktika, dreimonatige Praktika.
00:29:59: Google bezahlt Stipendien an die Studenten.
00:30:04: Und die Organisationen, die Mentororganisationen, die bekommen die Arbeit von den Studenten.
00:30:12: Und damit konnte ich dann Coding-Arbeit an die Studenten delegieren und habe mir dann auch erhofft,
00:30:21: Natürlich nicht nur, dass ich drei Monate Coding-Arbeit bekomme, sondern auch, dass die Studenten nach dem Google Summer of Code als Freiwillige bei mir bleiben.
00:30:32: um so dann eine Community, eine Entwicklercommunity aufzubauen, um nicht nur als Mike und ich da zu stehen, sondern auch mehr Leute zu haben, um die ganze Arbeit zu machen.
00:30:46: Das hat natürlich nur mehr oder weniger gut funktioniert.
00:30:50: Viele Studenten waren einfach nur hinter einer Zeile im Lebenslauf her.
00:30:56: Aber hier und da haben auch einige freiwillig weitergemacht, zumindest bis zum Ende ihres Studiums, wenn sie dann nach dem Ende des Studiums einen richtigen Job bekommen haben, haben viele dann keine Zeit mehr gehabt.
00:31:09: Aber ein paar sind doch hängen geblieben, ein paar wenige.
00:31:12: Ich habe das dann jedes Jahr gemacht bis heute mit dem Google Summer of Code.
00:31:20: Anfangs hatte ich vielleicht zwei oder drei Studenten pro Jahr, aber 2015 habe ich dann einen Kollegen.
00:31:28: bei Open Printing dazu bekommen, Avid Basou, der bei Lex Marke in Indien gearbeitet hat, der lebt in Indien.
00:31:37: Und der hat sich dann bei Unis in Indien umgehört.
00:31:40: Und damit hatten wir dann mehr Kandidaten, die sich beworben haben.
00:31:45: Dann hatten wir fünf oder sechs im Jahr, was dann schon ganz schön mehr geholfen hat.
00:31:52: Und dann später
00:31:56: Das war dann seit 2023 in Indien eine Konferenz veranstaltet, die Opportunity Open Source.
00:32:03: Und damit haben wir dann natürlich noch ein besseres Marketing gehabt.
00:32:06: Das waren allerdings nicht nur über Drucken die Konferenz.
00:32:09: Das war eine allgemeine Linux-Konferenz, mit der wir Leute zu freier Software und Open Source bewegen wollten.
00:32:15: Und damit hatten wir dann
00:32:17: In den letzten beiden Jahren jeweils elf Projekte.
00:32:21: Und im Jahr 2025 60 Bewerbungen und jetzt sind wir schon bei 40, 45 Bewerbungen oder so.
00:32:29: Wow.
00:32:30: Till, du bist ja auch regelmäßig auf Konferenzen zum Beispiel in Indien, Nepal, Brasilien und so weiter aktiv, die Opportunity Open Source, UbuCon Asia und so weiter.
00:32:40: Warum sind dir diese ganzen Community-Konferenzen so wichtig?
00:32:43: Das ist einfach so.
00:32:47: Für Open Printing ist es nicht sehr einfach, Freiwillige zu finden.
00:32:52: Open Printing ist ein Infrastrukturprojekt, das
00:32:58: essentiell für das Betriebssystem ist, aber es ist nicht sehr attraktiv für Freiwillige.
00:33:03: Freiwillige, die wollen lieber zum Beispiel beim Desktop
00:33:07: bei Desktop-Applikationen, bei den Desktop-Umgebungen oder beim Gaming dabei sein.
00:33:13: Aber so eine Infrastruktur
00:33:15: ist so ein bisschen ja auch wie in einer Stadt, das Abwassersystem oder so, wo keiner dran arbeiten will.
00:33:22: Und deswegen muss ich natürlich muss ich natürlich einen Weg finden
00:33:28: eine Developer-Community aufzubauen, also Marketing für Open Printing zu machen, aber nicht auf der User-Seite, sondern auf der Developer-Seite.
00:33:38: Und deswegen trete ich auf verschiedenen Konferenzen auf, um auf Open Printing aufmerksam zu machen.
00:33:46: Übrigens, jetzt muss ich natürlich auch noch
00:33:49: in eine andere Richtung Marketing machen, nämlich für Sponsoren.
00:33:53: Und deswegen muss ich natürlich weiterhin auf Konferenzen auftreten.
00:33:57: Aber
00:33:59: Die meiste Zeit bis Mitte 2025 war der zentrale Punkt, weswegen ich auf Konferenzen bin, um
00:34:08: Die eine Entwicklergemeinde aufzubauen.
00:34:11: Und kürzlich, und ich habe ja auch schon Google Summer of Code erwähnt, als meine andere Methode.
00:34:18: eine Entwicklergemeinde aufzubauen.
00:34:21: Und da habe ich ja auch Avid Basou erwähnt, meinen indischen Kollegen.
00:34:27: der 2015 bei Lexmark war und dadurch zu Open Printing gekommen ist.
00:34:33: Und der hat mit mir dann seitdem zusammengearbeitet bis heute.
00:34:39: Auch obwohl er nicht mehr bei Lexmark ist.
00:34:42: Und der hat in Indien ja bei Unis rumgefragt, um Google Summer of Code-Studenten zu finden.
00:34:49: Und später hat er dann in einer indischen Universität im IIT Mandi, Indien Institute for Technology Mandi, hat er
00:35:00: An einem Nachmittag sich persönlich vorgestellt und Open Printing vorgestellt, um mehr Google Summer auf
00:35:08: Coach-Studenten zu finden.
00:35:09: Und er hat Mandi ausgewählt, weil wir von da sehr viele, sehr viele Studenten schon hatten.
00:35:16: Und das ist gut angekommen.
00:35:19: Und dann kam die Pandemie danach.
00:35:22: Und nach der Pandemie, 2023 genau, da war es schon mehr als ein Jahr schon wieder vorbei mit der Pandemie, da ist er wieder auf die Idee gekommen mit dem
00:35:33: sich persönlich vorstellen in Mandi.
00:35:36: Und da hat er gesagt, ob ich dabei mitmachen würde.
00:35:41: Und wir haben dann darüber geredet und dann hat er auch eingebracht, dass er ja sich nicht nur bei Open Printing inwertet
00:35:49: engagiert hat, sondern auch bei dem IoT-Betriebssystem SEFIR, Real-Time Operating System.
00:35:56: Und bei diesem System
00:35:58: Da hat er ja schon ein zweites Projekt.
00:36:01: Und dadurch ist er dazu auf die Idee gekommen, wir machen nicht einfach nur eine Vorstellung von Open Printing, wir machen eine vollwertige kleine
00:36:13: Open Source Konferenz mit allen möglichen Themen.
00:36:16: Und da haben wir dann ein CFP gemacht, ein Call for Proposals.
00:36:22: um dann Sprecher für verschiedene Themen zu finden.
00:36:24: Wir hatten natürlich dann auch unsere eigenen Vorträge von Open Printing und Sephia.
00:36:30: Damit haben wir dann eine eineinhalbtägige Konferenz zusammenbekommen.
00:36:35: Wir haben dann auch in Mandi nach
00:36:39: einer lokalen Organisation, lokalen Gruppe gesucht, die dann die lokale Organisation macht, also freiwillige Studenten, die dann dafür sorgen, dass wir Räume haben.
00:36:51: dass wir Unterbringung für die Sprecher haben, dass wir auch Mittagessen bekommen und so weiter.
00:36:59: Also alles, was wichtig ist, um eine Konferenz zu organisieren, auch dass die Räume
00:37:05: EV haben, also Projektor, Mikrofon und so weiter, weil wir wollten natürlich auch, wie es sich für eine moderne Konferenz gehört
00:37:15: die Vorträge aufzeichnen und live übertragen und auch was durch die Pandemie sehr eng geworden ist
00:37:25: Remote Speakers akzeptieren.
00:37:27: Und außerdem hatten wir auch wichtige Sprecher im Sephir Bereich, die nicht nach Indien kommen wollten
00:37:32: Die Reise kostet ja auch Geld und so.
00:37:35: Und das wollten wir auch und damit mussten wir dann auch ein entsprechendes Konzept haben.
00:37:42: Und deswegen ist es sehr wichtig, lokale Organisatoren zu haben.
00:37:47: Eine Konferenz kann man nicht einfach als einen Global Organizer, der viele Kilometer weit weg sitzt, irgendwo hin organisieren.
00:37:56: Da hat sich dann einer meiner Google Summer of Coach-Studenten von demselben Jahr, hat dann die Leitung dieser lokalen Organisation übernommen und hat das dann auch sehr gut gemacht.
00:38:08: Das ist Akashan Kapoor.
00:38:11: Der hat dann zwei Jahre auch einmal da Leiter der lokalen Organisation, hat dann auch zwei Jahre Google Summer of Code mit mir gemacht und der ist auch das gute Beispiel, dass er
00:38:23: Obwohl er jetzt einen richtigen Job hat, und zwar nicht in Indien, sondern in Deutschland, der ist nach Deutschland gezogen
00:38:31: Hat er auch immer weiter mit mir Open Printing gemacht, hat mir auch bei einer anderen Opportunity Open Source beim Organisieren geholfen.
00:38:41: Und so weiter.
00:38:42: Und damit hatten wir dann eine schöne Konferenz, etwa 100 Besucher.
00:38:48: Das hat uns dazu motiviert.
00:38:51: aus der Opportunity Open Source ein jährliches Ereignis zu machen.
00:38:55: Und dann hatten wir im Jahr 2024 und 2025 jeweils im IIT Kanpur
00:39:04: Indian Institute of Technology Campoa.
00:39:07: Jeweils die Opportunity Open Source gehabt mit drei Räumen, Plenary, Breakout und Workshops.
00:39:15: Auch alles live übertragen, aufgezeichnet, auch ein paar Remote Speakers dabei gehabt.
00:39:22: Und wir hatten dann auch bei Incanpo lokale Sponsoren, die uns dann finanziell unterstützt haben.
00:39:29: Und auch da hat die lokale Organisation sehr gute Arbeit geleistet, auch eine schöne Abschlussparty in den beiden Jahren jeweils gehabt.
00:39:39: Und mit diesen drei Konferenzen, die
00:39:43: sehr wichtig zu sagen, waren allgemeine Open-Source-Konferenzen, nicht nur überdrucken.
00:39:49: Das hat uns zu sehr vielen Google Summer of Code-Bewerbern geführt, bei Open Printing.
00:39:56: Wir hatten 2025 60 Bewerber und wir haben jetzt schon, obwohl wir lange vor der offiziellen Bewerbungspflicht haben.
00:40:05: sind schon.
00:40:05: 45 Bewerber für 2026.
00:40:08: Also die beiden Opportunity, die drei Opportunity Open Source Konferenzen waren also ein großer Erfolg
00:40:17: für unseren Google Summer of Code.
00:40:19: Wow.
00:40:20: Dann lass uns doch ein kleines bisschen vorspringen.
00:40:22: Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist laut Openprinting.
00:40:25: org Cubs auf Version 2.
00:40:27: 4.
00:40:27: 16
00:40:28: Und ich höre schon seit einigen Jahren immer wieder, was mit CAPS 3.
00:40:32: x bzw.
00:40:33: Ab Version 3 so alles anders sein soll und dass es ja ein radikaler Architekturwechsel wird.
00:40:39: komplett treiberloses Drucken, keine PPD-Dateien mehr und so weiter.
00:40:42: Kannst du da ein bisschen einen Ausblick geben, was diese neue Architektur so geben soll?
00:40:46: Das ist so.
00:40:48: Die PPD-Dateien sind ja etwas, was von PostScript kommt.
00:40:53: Adobe hat diese PPD-Dateien eingeführt, vor vielen Jahrzehnten.
00:41:01: zusammen mit PostScript, um den Postscript-Druckern Informationen über die Druckereigenschaften mitgeben zu können.
00:41:10: Und CAPS hat das dann übernommen, aber wir sind ja heutzutage gar nicht mehr bei PostScript.
00:41:16: 2006 auf meinem ersten Open Printing Summit haben Michael, Sweet und ich den Standard
00:41:24: von PostScript als Standarddruckformat für Linux und Unix haben wir umgestellt auf PDF.
00:41:32: Und damit ist es ja schon etwas seltsam, warum hat man dann PPD-Dateien?
00:41:38: Weil man halt nichts Besseres hat.
00:41:40: Michael Sweet hat auch schon, ich weiß nicht, irgendwann in den 2010ern schon gesagt, PPDs sind deprecated
00:41:48: Das heißt, er möchte sie abschaffen, aber da hatten wir noch keine Idee wie.
00:41:55: Und es wurde dann auch in den 2010ern.
00:42:00: .
00:42:00: .
00:42:00: das Internet Printing Protokoll Version 2 entwickelt, übrigens das Internet Printing Protokoll ist auch zum Teil eine Idee von Michael Sweet und er hat es
00:42:13: In den späten 90ern hat er damit angefangen, hat er das entwickelt, zusammen mit anderen und hat dann CAPS darauf basiert.
00:42:23: Das war aber noch die Version 1.
00:42:25: 0 und in den 2010ern hat er dann die Version 2.
00:42:30: 0
00:42:31: entwickelt in der Printer Working Group mit zusammen mit anderen und die hat dann einen ganz entscheidenden Vorteil, ein Drucker
00:42:43: der IPP 2.
00:42:45: 0 macht, der kann seine gesamten Capabilities dem Client mitteilen.
00:42:51: Der Client schickt einen GetPrinter Attributes Request
00:42:55: Und dann sagt der Drucker alles über sich selbst.
00:42:58: Und außerdem müssen die Drucker eine von vier Standard
00:43:06: Formaten für die Druckjobs beherrschen.
00:43:11: Und damit ist der Drucker so weit standardisiert, dass er treiberlos funktioniert.
00:43:16: Dass man keine druckerspezifische Software oder Information auf dem Computer braucht.
00:43:23: Man braucht
00:43:25: also nicht mehr nach der CD, die bei dem Drucker dabei ist, zu suchen, wo die PPD-Dateien oder Treiber drauf sind.
00:43:32: Der Drucker ist absolut treiberlos.
00:43:36: Dann, mit den Jahren, haben die Hersteller das alles übernommen mit dem Treiberlosen Standard, IPP 2.
00:43:45: 0, Treiberloses IPP.
00:43:47: Mit der Hauptmotivation, dass man von Smartphones drucken kann.
00:43:53: Zum Beispiel das AirPrint bei Apple mit iOS, dem iPhone und dem iPad.
00:44:00: Das ist nichts anderes als treiberloses IPP.
00:44:04: Genauso wie das Mopria, das von Android verwendet wird und auch von Windows verwendet wird.
00:44:10: Und damit.
00:44:12: haben alle Hersteller, alle Drucker, auch die billigsten, also den 40 Euro Drucker-Scanner-Kombo, treiberlos gemacht.
00:44:22: Und das heißt, dass man im Wesentlichen am Computer gar keine Treiber braucht und IPP2.
00:44:30: 0 Treiberloses IPP der Druckerstandard geworden ist.
00:44:39: CAPS selbst macht seit Version 2.
00:44:42: 0 oder vielleicht besser gesagt seit Version 2.
00:44:46: 2.
00:44:47: 2 auch Treiberloses.
00:44:50: IPP und damit eine Cup, wenn man mit Cups eine Q bereitstellt.
00:44:59: für das Netzwerk, ist diese Capsq verhält sich genauso wie ein Treiberloser Drucker.
00:45:05: Ist also alles das gleiche.
00:45:07: Und das hat dann Michael Sweet zu der Idee geführt,
00:45:13: Jetzt können wir die PPDs abschaffen und um die Drucker, die noch Treiber brauchen, weiterhin zu unterstützen,
00:45:22: Wir sind ja nicht Microsoft, die sagen wir können die alte Hardware.
00:45:26: Ihr müsst die alte Hardware jetzt einfach wegschmeißen.
00:45:30: hat er das Konzept der Printer Applications eingeführt.
00:45:35: Und eine Printer Application ist eine Software-Emulation eines
00:45:41: Treiberlosen IPP-Druckers, die dann einfach am anderen Ende mit dem Drucker, der ein Treiber braucht, spricht.
00:45:51: Und intern ist diese Printer-Application der Treiber.
00:45:55: Das ist das neue Treiberformat und damit waren wir dann in der Situation, dass wir PPDs abschaffen konnten.
00:46:04: Und damit konnte dann Michael Sweet
00:46:06: Die Entwicklung von CAPS 3.
00:46:08: x einläuten.
00:46:09: PPDs werden abgeschafft.
00:46:12: Wir sind All-IPP.
00:46:14: In 2.
00:46:15: x können wir auch schon All-IPP sein.
00:46:19: Das treiberlose Drucken ist auch in 2.
00:46:22: x schon vollständig unterstützt.
00:46:25: Und in 3.
00:46:27: x
00:46:28: Da schaffen wir die PPDs dann einfach ab.
00:46:31: Es kommen dann andere Features dazu, zum Beispiel, dass der CAPS-Dämon in einen lokalen Dämon und einen
00:46:41: Netzwerkdämon aufgeteilt werden und solche Dinge.
00:46:45: Aber das ist unabhängig vom treiberlosen Drucken.
00:46:50: Der wichtige Punkt jetzt ist halt, dass CAPS 3.
00:46:54: 0, CAPS 3.
00:46:55: x schafft die PPD-Dateien und die Treiberfilter ab.
00:47:01: Es werden von CAPS 3.
00:47:02: 0 direkt nur treiberlose IPP-Drucker unterstützt.
00:47:07: Und wenn ein Drucker einen Treiber braucht, braucht man dann halt eine Printer Application.
00:47:11: Damit haben wir dann die neue Architektur.
00:47:14: Das muss dann 2021 gewesen sein, als Michael Suite Cups 3 vorgestellt hat.
00:47:21: Die Printer Application hat dann schon ein, zwei Jahre vorher diese Idee vorgestellt.
00:47:25: Die stabile Version war weiterhin 2.
00:47:28: 4.
00:47:29: x und ist immer noch 2.
00:47:31: 4.
00:47:31: x.
00:47:32: Michael Sweet wollte schon bestimmt seit einem Jahr schon auf 2.
00:47:36: 5.
00:47:36: x für die stabile Version gehen.
00:47:39: Aber es ist nie dazu gekommen, dass das wirklich passiert.
00:47:43: Das zieht sich alles hin.
00:47:45: Ich glaube auch, Michael Sweet hat vielleicht nicht so viel Zeit, wie er gedacht hat.
00:47:50: Aber es geht weiter.
00:47:51: Sieht ein bisschen aus wie der Berliner Flughafen, aber es geht weiter.
00:47:57: Und eins kann ich nämlich dazu sagen, dass es weitergeht, zumindest gab es 3.
00:48:02: x.
00:48:03: Michael Sweet hat irgendwann zum Jahreswechsel, ich glaube Ende Dezember, Anfang Januar hat er LibCaps 3, die Cups Library für Cubs 3.
00:48:13: x, 1.
00:48:15: 0 rausgebracht.
00:48:17: Also der erste Stable Release der ersten Komponenta von CAPS 3.
00:48:22: Das läuft vielleicht schon ein bisschen die Antwort ein, aber ich stelle die
00:48:25: Frage trotzdem ganz einfach, du kennst den Effekt seit Jahren, wenn man irgendwann eine neue Major-Version ankündigt, werden alle Leute ungeduldig, obwohl sie noch gar nicht wissen, was da drin ist.
00:48:32: Wann könntest du dir realistisch vorstellen, dass CAPS 3.
00:48:36: 0 oder 3x in den größeren Distributionen vielleicht landen könnte?
00:48:39: Es könnte fertig werden, upstream fertig werden zum Ende des Jahres, was dann
00:48:48: Als Beispiel Ubuntu zu nennen, weil ich da den Willy-Cycle am besten kenne.
00:48:53: Das würde dann Anfang 2027 in Ubuntu landen.
00:48:59: In 27.
00:49:01: 04 ist auch kein LTS.
00:49:03: Weil wenn es, wenn CAPS 3.
00:49:05: 0 fertig gewesen wäre
00:49:07: ein paar Monate vor einem LTS, dann wäre es natürlich nicht reingekommen, weil man da nicht ins kalte LTS-Wasser springen will.
00:49:15: Mit sowas ganz Neuem.
00:49:17: Aber man hat ja die 1-0-Kinder-Krankheiten.
00:49:21: Das haben wir ja jetzt kürzlich auch bei Cosmik
00:49:23: gesehen, als die 1.
00:49:24: 0 rauskam und dann erstmal Linux Experiment und andere YouTuber dann erstmal gesagt haben
00:49:33: dass es noch nicht reif ist als Debidriver.
00:49:36: Und sowas kann natürlich auch mit CAS3 passieren.
00:49:41: Und deswegen sollte es natürlich nicht direkt in eine LTS reingehen.
00:49:45: Darum hoffe ich auch sehnlichst, dass.
00:49:49: Die beiden Dämons, der Local Server und der Sharing Server, das sind die fehlenden Komponenten, bis zum Jahresende fertig werden, weil
00:50:00: wenn sie bis zum Ende 2027 brauchen würden, das wäre aber sehr lange und wäre natürlich nicht so schön, weil dann die Leute auch immer ungeduldiger werden.
00:50:13: Und wirklich das Berliner Flughafen-Feeling bekommen, dann würden wir natürlich auch.
00:50:22: eine Punktlandung in den LTS machen, 28.
00:50:22: .
00:50:25: 04 bei Ubuntu, was natürlich nicht so praktisch wäre.
00:50:28: Ich würde schon gerne, dass es
00:50:30: das so haben, dass da zwei kleine Ubuntu-Releases kommen.
00:50:34: Dann auch andere zu nennen, bei Fedora, da weiß ich auch, dass es alle halbe Jahre einen neuen Release gibt.
00:50:42: Es ist nicht time-based, man weiß also nicht Jahre vorher zu welchem Datum, aber es ist ungefähr also mehr oder weniger, wenn ein Ubuntu-Release rauskommt, dann kommt auch ein Fedora-Release raus.
00:50:57: Und deswegen kann man dann auch sagen, dass es im ersten Fedora-Release von 2027, im Frühjahr 2027, dann natürlich auch in Fedora reinkommen würde.
00:51:12: Und wo den Jack Doch Nall von Red Hat mit uns mit Open Printing so intensiv zusammenarbeitet, wird er auch schon dafür sorgen.
00:51:22: Warum?
00:51:23: Das ist konkreter und früher, als ich es gedacht hätte.
00:51:25: Dann drücken wir mal die Daumen, dass das auch alles so zeitnah zusammenfällt, damit es funktioniert.
00:51:29: Lass uns vielleicht mal ein bisschen zum Desktop-Stack und zu den ganzen Integrationen springen.
00:51:33: Ihr arbeitet ja auch an den kommen Print Dialog Backends mit dem Ziel GTK, QT, Firefox, Chromium, LibreOffice.
00:51:39: ob wir diese ganzen Frontends alle dasselbe Druck Backend nutzen können.
00:51:43: Wie weit seid ihr damit?
00:51:45: Wie ich schon gesagt habe, ich code nicht viel.
00:51:49: Und ich habe alles, das in vielen Google Summer of Code Projekten coden lassen.
00:51:57: Und wir sind auch eigentlich so weit, dass wir das meiste schon geschafft haben.
00:52:02: Aber das Problem ist jetzt, dass die Upstreams die Sachen nicht so einfach aufnehmen.
00:52:11: dass da Merge-Requests sind und dass das ewig dauert, bis die sagen, jetzt ist es so, wie wir es haben wollen.
00:52:20: Jetzt nehmen wir das auf.
00:52:24: Der GTK-Dialog, da wurde der Common Print Dialog Backends Merge Request sehr schnell gemerged, der ist schon bemerged.
00:52:33: Aber bei dem QT-Dialog, die sind nicht so cute, da geht es einfach nicht weiter.
00:52:39: Und auch bei den Anwendungen LibreOffice und.
00:52:43: Mozilla, Mozilla ist genauer gesagt Firefox und Thunderbird, die haben den gleichen Druckdialog.
00:52:50: Und beim Chromium-Browser, da lassen die Merge-Requests auf sich warten.
00:52:56: Ich weiß natürlich nicht, wie das jetzt laufen wird, ob die sich dann irgendwann einem Druck ergeben, wenn die Distros.
00:53:05: .
00:53:05: CAPS 3.
00:53:06: x aufnehmen wollen oder ob die, wenn CAPS 3.
00:53:10: x näher kommt, anfangen, selbst dann was zusammenzubauen, was dann nicht unbedingt an die kommenden
00:53:15: Print-teil noch Backend sein, wird es dann Cups direkt oder so, was natürlich nicht so meinen Wünschen entspricht.
00:53:22: Übrigens, bei Cosmic
00:53:26: Da arbeite ich mit den Leuten von System76 zusammen.
00:53:33: Der Karl Ritschel, der CEO von System76, der
00:53:38: hat das sehr befürwortet, mit dem bin ich auch in Kontakt darüber.
00:53:43: Und mein Angebot da zu helfen, hat er angenommen.
00:53:48: Und hat sich auch sehr darüber gefreut, dass ich in 2025 schon Google Summer of Code
00:53:58: Projekte für Rust Bindings, für LibCaps und für die Common Print Dialog Backends gemacht habe.
00:54:04: Und jetzt, in diesem Jahr im Google Summer of Code, werde ich
00:54:09: einige Studenten an dem Druckdialog für COSMIC und an dem Drucker-Tool für COSMIC, also dem Printer-Setup-Tool für COSMIC, arbeiten lassen
00:54:19: Und damit hoffe ich mal, dass es bei Kosmik dann besser gehen wird.
00:54:26: Es ist auch so, dass kürzlich.
00:54:28: der Karl Wetcher eine Ankündigung gemacht hat über die Roadmap von Cosmic.
00:54:33: Und da hat er gesagt, Drucken wird in Epoch 2
00:54:39: also im nächsten größeren Release, in circa einem halben Jahr von jetzt an, unterstützt werden und es wird vollständig gemacht in Epoch 3.
00:54:50: Also noch ein halbes Jahr, also in einem Jahr von jetzt.
00:54:54: Gut, dann hoffen wir mal, dass je mehr oder dass je mehr Leute natürlich das Common Print Dialog Backend übernehmen, das dann auch
00:55:01: Der Druck vielleicht nachzuziehen, etwas größer wird.
00:55:03: Manchmal müssen da ja andere vorgehen, damit die anderen nachziehen.
00:55:06: Das hoffe ich mal dann auch, dass zum Beispiel ein Cosmic-Welease dann die anderen motiviert.
00:55:11: Und Cosmic macht auch sehr viele Releases.
00:55:14: Also die meisten Dinge, die von den YouTubern bemängelt wurden, werden schnell ausgeräumt.
00:55:22: Es ist also sehr viel Kraft dahinter, was die Cosmic-Entwicklung angeht.
00:55:28: Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass sie mit Epoch 2 oder Epoch 3
00:55:32: dann gleich auf sind in deren Qualität und Feature-Umfang wie KDE und GNOME, dass wir dann drei große Player haben.
00:55:45: Aber ein bisschen ist es natürlich auch so, dass Cosmic von einer Firma entwickelt wird, die ihr Geld mit dem Verkauf von Hardware verdient.
00:55:55: als System76, die Laptops Design für Linux machen.
00:56:00: Und KDE und GNOME sind
00:56:04: sind unabhängige Projekte, die von Freiwilligen organisiert werden.
00:56:10: Aber es sind zumindest einige davon
00:56:13: angestellt bei einer der großen Distros.
00:56:16: Aber es ist natürlich mit einer Firma, die wirklich hinter einem Desktop in Weinmann hinterher sind und das als einer ihrer Kern
00:56:26: Softwareentwicklungsaufgaben machen, da ist natürlich wahrscheinlich etwas mehr Impuls dahinter.
00:56:32: Dann lass uns doch mal zu Mai 20.
00:56:35: 25 gleich zurückspringen.
00:56:36: Wir hatten es anfangs schon erwähnt.
00:56:38: Du warst seit ca.
00:56:39: 2006 bei Canonical angestellt, beziehungsweise teilweise haben sie Open Printing, beziehungsweise dich mitfinanziert, die ersten Jahre, später dann auch, oder auch mit der Linux Foundation und danach
00:56:49: knapp 13 Jahre in Vollzeit alleine, dann wurdest du entlassen.
00:56:53: Was ist da passiert?
00:56:55: Es ist so, anfangs war Canonical noch wie eine Familie.
00:57:00: In den ersten Jahren, wo Mark Shuttleworth seine Mitarbeiter noch handverlesen hat, auf Konferenzen sich dann
00:57:09: geeignete Personen einfach rausgepickt hat, wie Debian Developer oder wichtige Upstream-Leute und so weiter.
00:57:16: Und das Unternehmen ist stetig gewachsen
00:57:19: Heutzutage ca.
00:57:21: 1200 Mitarbeiter.
00:57:23: Und damit hat es auch immer mehr Big Tech-Ambitionen bekommen.
00:57:28: Und damit wurden interne Peer-to-Peer-Bewertungen und Bürokratie bei der Arbeitsprogrammmodell
00:57:38: Und so weiter, 14 Tage-Sprints, wo dann jeder alles genau am Dokumentieren berichten muss bekommen.
00:57:46: Das hat alles nicht zusammen funktioniert mit meiner externen Arbeit bei Open Printing, weil ich habe nicht tief integriert in einem Team bei
00:57:57: Canonical gearbeitet, sondern an dem externen Open Printing Projekt.
00:58:03: Und das hat dazu geführt, dass diese internen Strukturen
00:58:07: Zu einer Fehlbewertung geführt haben bei mir und was dann die Entlassung herbeigeführt hat.
00:58:14: Ich kann verstehen, ich war auch schon bei Firmen, Startups, die verschiedenste Schmerzen haben, wenn sie dann wachsen.
00:58:21: Marc hat ja offensichtlich vor fast 20 Jahren das Potenzial gesehen und die Notwendigkeit gesehen, deine Arbeit zu unterstützen und hat dich dann ja auch 20 Jahre Teil bis Vollzeit beschäftigt.
00:58:30: Aber dass dann am Ende keiner nochmal drüber guckt und sich fragt, warum haben wir denn keine Metriken, warum kommt es jetzt zu dieser Entscheidung und dass da keiner aufzeigt und sagt, nee, der ist doch wichtig.
00:58:38: Wir haben so ein Desktop-Betriebssystem, da sollte man drin drucken können.
00:58:41: Das finde ich schon traurig.
00:58:42: Andererseits, ja, Canonical hat auch 20 Jahre das unterstützt.
00:58:46: Das möchte man natürlich auch nicht klein halten.
00:58:48: Ja, und das ist auch so von meinen Kollegen.
00:58:52: Als ich meine Abschieds-E-Mail gepostet habe in der internen Mailingliste, da habe ich auch bestimmt 30, 40.
00:59:00: Antworten gehalten und die alle haben gesagt, wie kann das nur sein, das geht doch gar nicht.
00:59:07: Der hat das doch auch alles immer so gut gemacht.
00:59:12: Nochmal 30 Kollegen auf dem internen Chat.
00:59:15: Und auch als ich entlassen wurde, das war während eines.
00:59:21: Meetings.
00:59:21: Während eines sogenannten Sprints, alle halbe Jahre, einmal pro Release, treffen sich alle Ingenieure von Canonical an einem Ort, in einem riesigen Hotel.
00:59:34: So dass sie sich zweimal im Jahr für eine Woche in Person treffen.
00:59:40: Und auf so einem Meeting im Mai 2025
00:59:45: Wurde ich dann am letzten Tag des Meetings entlassen.
00:59:48: Und darf ich natürlich, nachdem das passiert ist
00:59:52: Das war dann mein letzter Tag.
00:59:55: Habe ich das natürlich dann meinen Kollegen gesagt, dass das passiert ist.
00:59:59: Und die haben das alle wirklich nicht verstehen können.
01:00:01: Ja, nachvollziehbar.
01:00:03: Also als du es dann ja auf Social Media, beziehungsweise ich glaube hauptsächlich LinkedIn und Mastodon verkündet hattest, gab es ja ähnliche Reaktionen.
01:00:11: Wie hast du dieses Feedback aus der Community aufgenommen und was waren so deine Gedanken, wie du weitermachen könntest?
01:00:16: Weil 20 Jahre fest angestellt zu sein und an deinem Herzensprojekt arbeiten zu können und dann von einem Tag auf dem anderen gekündigt zu werden, kann ich mir jetzt schon belastend vorstellen.
01:00:25: Es ist so, ich hatte dann etwas Zeit, dadurch, dass ich noch für ein paar Monate Geld bekommen habe.
01:00:35: nach meiner Entlassung, um mich neu zu orientieren.
01:00:39: Und was ich als allererstes gemacht habe, ich habe auf den beiden Social Media Plattformen Mastodon und LinkedIn gepostet.
01:00:48: Bei Mastodon habe ich
01:00:49: einen Post gemacht, wo ich davon geredet habe und habe gesagt, please boost.
01:00:58: Also bei Mastodon boosten heißt, dass andere es auf einen Mausklick gehen erneut posten, um das Posting dann für deren Freundeskreis, für deren Follower.
01:01:13: sichtbar zu machen.
01:01:14: Und da habe ich 1200 Boosts bekommen.
01:01:18: Ich habe auf Mastodon noch nie gesehen, dass einer für ein Posting so viele Boosts bekommen hat.
01:01:25: Und das war schon sehr eindrucksvoll, was heißt, dass sehr viele Leute hinter mir gestanden haben.
01:01:33: Bei LinkedIn
01:01:36: habe ich natürlich dann alles ausgefüllt.
01:01:39: Meinen Lebenslauf und Profil, sagt man ja bei LinkedIn, habe ich ausgefüllt.
01:01:44: Und da habe ich dann natürlich auch davon erzählt, was passiert ist.
01:01:49: Und da haben natürlich auch sehr viele drauf reagiert.
01:01:53: Und insbesondere habe ich dann auch angefangen, Verbindungen mit anderen Leuten aufzubauen über LinkedIn.
01:01:59: Und dabei natürlich dann auch, welche, die wichtige Projekte und Firmen leiden.
01:02:08: Eine Person, mit der ich eine Verbindung gemacht habe, war von der Sovereign Tech Agency.
01:02:16: Die Sovereign Tech Agency, für die, die es nicht wissen, das ist eine Organisation der deutschen Regierung.
01:02:23: Und es geht bei dieser Organisation um digitale Souveränität.
01:02:29: Und deswegen unterstützen die Open Source und dass Open Source erhalten bleibt, weiter maintained wird und nicht
01:02:40: auf Hobbyprogrammierern basiert, die das ganze System dann instand halten und als Hobbyprogrammierer dann die ganzen CVEs fixen müssen und so weiter.
01:02:52: Die unterstützen dann finanziell Leute, die wichtig sind in der Open Source Welt mit verschiedenen Programmen.
01:03:00: Und ich habe dann eine Person,
01:03:03: als Verbindung bekommen von der Sovereign Tech Agency auf LinkedIn.
01:03:08: Und dann habe ich ihr per privater Mitteilung sie gefragt, was ich machen kann und ob die Sovereign Tech Agency
01:03:17: in meiner Situation helfen kann.
01:03:20: Und dann hat die Person mich mir erklärt, was zu machen ist und
01:03:28: mich darum gebeten, aufzustellen, was ich bei Open Printing arbeite, wie viele Stunden ich dafür brauche und
01:03:36: wie viel Geld ich ungefähr verdient habe und dann auch aufzustellen mit den Stunden auf
01:03:43: aufzustellen, einen typischen einen typischen Stundenlohn für einen freien IT-Consultant anzusetzen, um so dann eine Kostenabschätzung zu machen.
01:03:57: bekommen.
01:03:58: Und das habe ich dann gemacht.
01:04:00: Das ist ein langes Dokument geworden und das hat die Person dann weitergeleitet.
01:04:05: Und damit hat dann die Sovereigntik
01:04:09: Agency in mich investiert über das Programm des Sovereign Tech Fund von Oktober 2025 bis Ende 2026.
01:04:19: Und damit ist mein Lebensunterhalt vorerst gesichert.
01:04:24: Und ich konnte mit Open Printing erstmal weiterarbeiten, aber es ist nicht für die Ewigkeit.
01:04:32: Das haben mir die Leute von der Sovereign Tech Agency auch noch einmal gesagt auf der FOSTEM.
01:04:39: Deswegen habe ich auch schon von Anfang an unabhängig von der Sovereign Tech Agency,
01:04:44: Und ich habe es eigentlich auch schon vorher angefangen, bevor ich entlassen wurde, habe ich mit der Linux Foundation daran gearbeitet.
01:04:53: aus Open Printing eine legale Organisation zu machen, sie zu einer vollen Suborganisation von der Linux Foundation zu machen, sodass ich als Open Printing
01:05:07: Mit Geld arbeiten kann, dass ich Sponsorengelder bekommen kann und Mitgliedschaften und so weiter
01:05:15: Vor ein paar Jahren eigentlich mehr mit der Idee, dass neben mir selbst auch noch andere für Geld bei Open Printing arbeiten können.
01:05:24: Und der Prozess ist aber sehr langsam vorangegangen.
01:05:29: Man hat ein paar E-Mails ausgetauscht, dann ist es wieder für ein halbes Jahr liegen geblieben.
01:05:33: Dann hat man mal wieder ein paar E-Mails ausgetauscht und dann ist es nicht weitergegangen.
01:05:38: Aber als ich entlassen wurde, habe ich dann nochmal Druck hinter dem Prozess gemacht und habe dann natürlich denen auch mitgeteilt, was passiert ist.
01:05:46: Und dann haben wir eigentlich jetzt die meisten Formalitäten erledigt.
01:05:52: Und müssen eigentlich nur die wirkliche Gründung machen, sodass wir eine legale Organisation sind mit Open Printing.
01:06:01: Und dass wir dann Sponsorengelder bekommen können.
01:06:04: Und unsere Idee bei den Sponsorengeldern ist, dass
01:06:09: Die Sponsoren sollten diejenigen Firmen sein, die am meisten von der Open Printing-Arbeit profitieren.
01:06:18: Und das wären dann zum ersten die großen Distributionen, also Wetter, SUSU und Ubuntu.
01:06:28: Dann kämen
01:06:30: die Laptop- und Computerhersteller dazu, die designt für Linux machen.
01:06:36: Das wären dann also Fermen wie System76, Taxedo.
01:06:41: Slimbook und Framework und dann natürlich auch Firmen, die sich mit
01:06:49: Desktop-Applikationen beschäftigen oder Firmen, Druckerhersteller und so weiter.
01:06:55: Jetzt habe ich ein paar Firmennamen als Beispiele genannt.
01:06:59: Es ist natürlich so, dass ich die erstmal alle anschreiben muss.
01:07:04: Ich habe nur einen Teil bisher angeschrieben.
01:07:06: Und natürlich auch.
01:07:09: dass wahrscheinlich nicht alle sich anschließen werden.
01:07:13: Es ist jedenfalls auch schon so, dass es eine Firma gibt
01:07:17: deren Namen ich nicht genannt habe, die schon sehr dahinter ist, wann es endlich losgeht und wann sie mich endlich sponsern können.
01:07:25: Und allgemein bin ich zuversichtlich, dass das mit dem Sponsor funktionieren wird, weil Open Printing ist ein essentielles Infrastrukturprojekt.
01:07:36: Sonst würde die Sovereign Tech Agency ja Open Printing gar nicht unterstützen.
01:07:41: Was ohne dass Linux-Distribution, freie Software, Open Source nicht wirklich funktionieren würde.
01:07:50: Ja, Til, wir drücken dir die Daumen, dass das, also zum einen weiter mit dem Sovereign Tech, mit der Sovereign Tech Agency Funding weiterhin funktioniert
01:07:58: und du natürlich auch, wenn das ausläuft, Ende dieses Jahres einen Nachfolger findest.
01:08:01: Und das ist auch quasi schon das Stichwort für unsere nächste Folge, die Folge 3 vom Linux Magazin Podcast.
01:08:07: Dort sprechen wir mit Sebastian Reible unter anderem über das Thema Open Source Funding und was Projekte tun können, um eben aus der Nische Hobbyprojekte in Richtung Vollzeitbeschäftigung gehen zu können, damit man das Projekt eben auch verantwortungsvoll auf mehr Schultern verteilen kann.
01:08:19: Und da sind dann auch wieder Carina und Tim mit dabei in der nächsten Folge, die in circa dreieinhalb, vier Wochen erscheinen wird.
01:08:26: Und dann sind ja auch schon die Chemnitzer Linux-Tage.
01:08:28: Wir vom Linux Magazin sind auf jeden Fall mit eigenem Stand da.
01:08:31: Ihr könnt ja gerne vorbeikommen, euch ein paar Hälfte mitnehmen.
01:08:33: Es gibt ein paar Jahresabos zu gewinnen und wir bringen noch ein paar andere Sachen mit.
01:08:37: Guckt da gerne bei uns vorbei.
01:08:39: Till, vielen, vielen Dank, dass ich heute mit dir über das ganze Thema und das große Thema Druck besprechen konnte.
01:08:44: Da wird ja viel zu wenig drüber gesprochen.
01:08:45: Ja, und nochmal vielen Dank für die Einladung.
01:08:47: Alle Links zu dir, zu Open Printing, zu den Veranstaltungen und alles, was wir finden können, packen wir natürlich in die Shownotes.
01:08:54: Und ich würde sagen, vielen Dank fürs Zuhören, macht es gut und bis zum nächsten Mal.
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